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Low-Code-Plattformen im Enterprise — Rettung oder Falle?

13. 06. 2022 2 Min. Lesezeit CORE SYSTEMSdevelopment
Low-Code-Plattformen im Enterprise — Rettung oder Falle?

„Ein Citizen Developer klickt sich eine App an einem Nachmittag zusammen.” Das sagt das Marketing der Low-Code-Plattformen. Nach einem Jahr Erfahrung mit Power Apps, OutSystems und Mendix im Enterprise-Umfeld haben wir eine realistischere Sicht. Low-Code funktioniert — aber nicht dort, wo das Marketing es verspricht.

Was wir ausprobiert haben

Power Apps: Microsoft-Ökosystem, Integration mit M365 und Dataverse. Unsere Kunden (meist auf dem Microsoft-Stack) wollen es automatisch.

OutSystems: Eine vollwertige Low-Code-Plattform. Generiert echten Code (.NET/Java), Enterprise-Features (CI/CD, Monitoring, Scaling).

Mendix: Ähnlicher Umfang wie OutSystems, stark in der Modellierung von Geschäftslogik. SAP-Integration.

Wo Low-Code funktioniert

  • Interne Formulare: Anträge, Genehmigungsworkflows, Erfassungen — ein idealer Anwendungsfall
  • Rapid Prototyping: dem Kunden ein Konzept in 2 Tagen statt 2 Monaten zeigen
  • Prozessautomatisierung: Power Automate für die Integration von M365-Diensten
  • Einfache CRUD-Apps: Anlagenverwaltung, Kontakte, einfaches CRM

Wo Low-Code nicht funktioniert

  • Komplexe Geschäftslogik: sobald mehr als CRUD benötigt wird, stößt man an Grenzen
  • Hohe Performance: tausende gleichzeitige Nutzer, Echtzeitverarbeitung
  • Custom UI/UX: pixelgenaues Design oder nicht-standardmäßige Interaktionen
  • Offline-First: mobile App mit Offline-Synchronisation

Tatsächliche Kosten

„Low-Code ist günstiger” — nicht immer. Power Apps Per App Plan: ~8 $/Nutzer/Monat. OutSystems-Lizenz: Zehntausende jährlich. Dazu: spezialisierte Berater (selten und teuer), Migration wenn die Plattform veraltet, Vendor Lock-in.

Für eine interne App mit 50 Nutzern und einfachem CRUD: Power Apps ist günstiger als Custom-Entwicklung. Für ein Kerngeschäftssystem mit 5.000 Nutzern: Custom-Entwicklung ist günstiger und flexibler.

Shadow-IT-Risiko

Das größte Risiko von Low-Code: Ein „Citizen Developer” erstellt eine kritische Anwendung ohne IT-Governance, ohne Backups, ohne Security-Review. Dann verlässt er das Unternehmen. Lösung: ein Governance-Framework — wer darf erstellen, wo wird deployed, wer genehmigt, wie wird gesichert.

Unsere Empfehlung

Low-Code gehört in den Werkzeugkasten, nicht als Strategie. Hervorragend für einfache interne Tools und Prototypen. Für Kernsysteme und komplexe Anwendungen bleiben Sie bei Custom-Entwicklung. Und haben Sie immer eine Exit-Strategie — was wenn der Anbieter die Lizenzkosten verdreifacht?

Low-Code ist ein Kompromiss

Entwicklungsgeschwindigkeit vs. Flexibilität. Einfachheit vs. Vendor Lock-in. Citizen Development vs. Governance. Keine Antwort ist universell. Verstehen Sie die Trade-offs und wählen Sie nach Anwendungsfall, nicht nach Marketing.

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